Kältemittel wird weiter knapp und teuer

Kältemittel - Versorgungsengpass und Übergangskältemittel
Kältemittel - Versorgungsengpass und Übergangskältemittel

Sehr geehrte Kunden,

Unser Einzelhandel ist auf funktionierende Kälteanlagen angewiesen. Ihr Kälteanlagenbauer kann hierfür jedoch nicht mehr garantieren. Denn das meist verwendete Kältemittel R 404A wird knapp. Die Folgen sind vorprogrammiert und nach heutigem Stand nicht mehr abwendbar. Handeln ist jetzt angesagt.

Täglich erreichen uns Hiobsbotschaften: Wie, „Der Preis steigt schon wieder“, oder: „Zur Zeit ist R 404A nicht verfügbar“, und „Recycling Flaschen stehen im Moment nicht zur Verfügung“. Da nützt es auch nichts, einen anderen Großhändler aufzusuchen, denn jeder ist froh, wenigstens noch die eigenen Kunden bedienen zu können. Nun zahlt es sich aus, „A-Kunde“ zu sein. Alle Kältemittel können mittlerweile nur noch zu Tagespreisen abgerechnet werden. Es kann nicht mehr von stabilen Preisen ausgegangen werden. Über 140,- Euro pro Kilogramm für z.B. R 404A, Tendenz steigend, muss zurzeit für synthetische Ware aufgerufen werden. Seit Mai 2017 ist ein Preisanstieg um sage und schreibe 600 Prozent Realität geworden!

Dieses Kältemittel wird hauptsächlich für Wartung, Service und nicht selten auch bei einem Havarie Fall benötigt. Kann das Kältemittel nicht mehr geliefert werden, drohen Minderkälteleistung oder im schlimmsten Fall Anlagenstillstand. Die Folgen wären: Ausfall von Kühlräumen, Zellen oder Kühlmöbeln. Vom aktuellen Versorgungsengpass sind der LEH, der Fleischfachhandel, die Gastronomie und viele andere Gewerbe mit Kühlbedarf betroffen. In Bestandsanlagen überwiegen derzeit noch die synthetischen Kältemittel R404A und R134A.

Bei Havarie Fällen oder Unterfüllungen von ca. 30 %, sind unsere Monteure angehalten, die Restkältemittelmenge in Recycling Flaschen abzupumpen und Ersatzkältemitte, sofern im Lager noch vorhanden, einzufüllen. Auch werden „Kundeneigene oder Recycelte Kältemittel“ als Wiederfüllmenge heran gezogen.

Nun zeigt sich wer in den letzten 10 Jahren, denn seither ist für Kälteanlagen mit einer bestimmten Füllmenge das LEC-Siegel Gesetz und auf dem Markt, pflichtbewusst gehandelt. Undichte Systeme werden identifiziert, wenn Kältemittel fehlt wird diese Leckage frühzeitig erkannt. Kältemittelmangel im großen Stil ist eher Mangelware.

Versorgungsengpass

Wie kam es zu dem Versorgungsengpass? War das nicht vorhersehbar? Seit über 4 Jahren und früher warnen wir vor den Folgen der EU-F-Gase-Verordnung. Diese trat Anfang 2015 in Kraft und regelt den F-Gase-Ausstieg in Europa aber wenig ist seither passiert. Lediglich ein großer Filialbetrieb und ein paar kleinere Einzelhändler haben bereits vor einigen Jahren diese Entwicklung erkannt und entsprechend die Weichen gestellt. Es folgte der sukzessive Umstieg auf natürliche Kältemittel oder die Umrüstung auf Ersatzkältemittel mit einem niedrigeren GWP-Wert.

Für viele andere, meist kleinere Märkte zeigt jetzt der strenge Verordnungsmechanismus seine Folgen. Schon jetzt ist klar, dass sich im nächsten Jahr, vermutlich schon ab Januar/Februar 2018, die Lage weiter zuspitzen wird. Dann tritt die zweite Phase der europäischen Verordnung in Kraft. Die Regulativ und auch die Quote und damit die zugelassene Menge an F-Gasen weiter abzusenken nämlich von aktuell 93 auf nur noch 63 Prozent. Neben R404 A mit einem hohen Treibhauswert (GWP) von 3.922 wird es dann auch weitere synthetisch hergestellte Kältemittel wie z.B. R 134 A treffen.

Übergangskältemittel

Da Frischware knapp und teuer bleibt, kommt für Service und Wartungsarbeiten vermutlich bald nur noch recyceltes Kältemittel R404 A in Frage, welches aber bislang nicht in ausreichenden Mengen verfügbar ist. Viel zu wenig Anlagen wurden bislang umgerüstet.

Wir bitten Sie um Ihr Verständnis in dieser Situation.

Wir werden Sie über die Verfügbarkeit und tagesaktuellen Preise der besagten Kältemittel auf dem Laufenden halten.

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